Reise nach Wien

 

Es ist immer erfreulich und erholsam, wenn sich mehrere Gleichgesinnte auf eine gemeinsame Entspannungs- Erholungs- und Bildungsreise begeben. So auch Brüder der Uhland- Loge Ulm. Ausflugs- und Urlaubsziele waren in den vergangenen Jahren schon das Elsass, die Pfalz, der Rhein oder Oberfranken.

Im Oktober 2017 reisten fünf Brüder mit ihren Ehefrauen und vier Angehörigen für fünf Tage

in den Mittelpunkt des ehemaligen Habsburger Reiches – nach Wien. Wir waren höchst zentral untergebracht. Mitten in Wien, 100 Meter vom Donaukanal entfernt. Das war für uns sehr erfreulich, denn in einer kurzen Zeit waren wir zu Fuß mitten im Zentrum Wiens. Lobend erwähnen möchten wir unsere ausgezeichnete Stadtführerin, die uns zwei volle Tage lang die Sehenswürdigkeiten wie Gebäude, Schlösser oder Kirchen, die kleinen Gassen sowie die  Wohnungen berühmter Wiener innerhalb und außerhalb des Stadtkerns zeigte.

Unsere Anreise führte uns über München, Salzburg, Linz mit einer Kaffeepause am Mondsee nach Wien. Nach dem Abendessen spazierten noch einige Neugierige den kurzen Weg an den Stepphansdom.

Am zweiten Tag war die Besichtigung der Inneren Stadt teils mit dem Bus, teils zu Fuß angesagt. Was wurde uns nicht alles gezeigt und erklärt. Die berühmte Prachtstraße aus der Zeit Franz Josef I., Staatsoper, Burgtheater, Parlament, Rathaus, Naschmarkt und, bei strömendem Regen, das Hundertwasserhaus. Anschließend ging es zu Fuß in das historische Zentrum. Hier war unsere Spezialistin unschlagbar.  Die Stephanskirche,  die Pestsäule, die Sezession, die Ankeruhr, die Jugendstilhäuser, die Gartenanlagen usw. usw., alles wurde von unserer Führerin genauestens erklärt. Belohnt wurden alle unsere Anstrengungen anschließend in den verschiedenen Wiener Kaffeehäusern.

Der dritte Tag stand unter dem Motto: Wien und die Habsburger.

„Aller Erdkreis ist Österreich untertan – Wahlspruch von Kaiser Friedrich III. (1415-1493) und: Andere mögen Kriege führen, du glückliches Österreich, heirate.“

Die Hofburg, ehemals eine Wasserburg, entwickelte sich zum zentralen Residenzmittelpunkt Österreichs. Nicht versäumen wollten wir die Besichtigung der Wohnräume des Kaisers Franz Josef I. und seiner oft abwesenden „Sissi“, die ja, entgegen der Wirklichkeit, recht selten am Hofe weilte. Interessant war auch die Besichtigung des barocken Prunksaals der Nationalbibliothek. Eine weitere Besichtigung von Schloss Schönbrunn, der ehemaligen Kaiserlichen Sommerresidenz, fiel sprichwörtlich dem Sturm zum Opfer. Nach orkanartigen Böen gab es nur eine Rettung: den Bus. Parkanlagen, Springbrunnen und die Gloriette sahen wir nur durch die Scheiben. Aber wir wurden entschädigt. Das obere Schloss des Belvedere zeigte sich in seiner ganzen Pracht und Schönheit.  Der Erbauer dieser Anlagen – von 1712 bis 1723 – Prinz Eugen von Savoyen, war ein politisch bedeutender, soldatischer, mächtiger und reicher Mann. Diese Anlagen kamen später in den Besitz Maria Theresias.

Der vierte Tag konnte von uns allen individuell ausgenutzt werden.

Viele Brüder mit ihren Frauen und den Gästen benutzten die Gelegenheit, um zum Beispiel die umfangreichen Sammlungen in der Albertina zu besuchen. Zu dieser Zeit wurden gerade die hervorragenden Ausstellungen Pieter Bruegel des Älteren und Raffael geboten. Das Dorotheum, die Karthäusergruft, die Jugendstilstationen, ein Bummel über die Bastei, das Schottenkloster oder die Votivkirche – ach, es gab unendlich viel zu sehen. Und nie vergessen: Die vielen Wiener Kaffeehäuser mit den auserlesenen Kuchen und Torten. Man könnte schwelgen.

Auch die schönen Stunden, die die Ulmer Gesellschaft an den Abenden in gemeinsamer und unterhaltsamer Runde verbracht haben, dürfen nicht vergessen werden. So auch der gesellige Abend beim Heurigen in Grinzing. Einmütig waren sich alle einig: Es war schön.

Am fünften Tag hieß es Abschied nehmen von einer traumhaft schönen Stadt. Brüdern der Uhland – Loge mit ihren Frauen und Gästen bleibt die Fahrt noch lange im Gedächtnis.